Themeneinheit

Generationengerechtigkeit
und Nachhaltigkeit

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Generationengerechtigkeit – ein mächtiger Begriff, der in der gesellschaftlichen Diskussion zu einem Schlagwort geworden ist. Die Gerechtigkeit zwischen den Generationen ist vor allem für politische Konzepte und Maßnahmen ein zentraler Aspekt – dabei kommt der Begriff oft fragwürdig schnell zum Einsatz, ohne dass deutlich ist, nach welchem Maßstab bewertet wurde und was sich grundlegend hinter der Begrifflichkeit verbirgt. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit. Wirtschaft und Politik setzen ihn inflationär und häufig auch inhaltlich beliebig ein.

Produkte oder politische Konzepte und Maßnahmen recht pauschal als generationengerecht oder nachhaltig zu bezeichnen, täuscht in vielen Fällen Erfolge vor, die es nicht gibt. Festzuhalten ist: Sowohl Generationengerechtigkeit als auch Nachhaltigkeit sind deutlich komplexere Konzepte als Verbrauchern und Wählern immer wieder vermittelt wird.

Diesen beiden Konzepten widmet sich die Themeneinheit auf systematische und konstruktiv-kritische Weise. Über die einzelnen handlungsorientierten Module erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht die Grundlagen sowie klare Bewertungsmaßstäbe für Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Zudem erkennen sie die Probleme und Lücken der Konzepte. Weiter werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, vorgeblich generationengerechte oder nachhaltige Ideen und Maßnahmen einzuschätzen. Und schließlich suchen sie nach Antworten auf die Fragen: Verhält sich die aktuelle Generation generationengerecht? Ist mein Land nachhaltig?

Die Reihenfolge der Module folgt einem inhaltlichen roten Faden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, können die Module jedoch auch ohne Vorkenntnisse einzeln eingesetzt werden (siehe dazu jeweils Übersicht zum Modul).

Die Unterrichtsmodule: Informationen und Download

Modul 1: Welche Bedürfnisse haben Menschen – heute und in Zukunft?Die Bedürfnisse eines Menschen sind groß. Glaubt man den Wirtschaftswissenschaften, sind sie sogar unendlich. Dementsprechend sorgen Unternehmen nicht allein dafür, die bei Menschen vorhandenen Bedürfnisse zu decken; über Werbung schaffen sie auch neue „Bedürfnisse“. Dieser konsumorientierte Lebensstil der industrialisierten Welt hat jedoch seine Folgen: lokale Umweltbelastungen, hoher Rohstoffverbrauch und Klimawandel, um nur einige zu nennen. Die Industriestaaten leben (auch) ökologisch über ihre Verhältnisse. Diesem Faktum entgegenzuwirken ist das Ziel zweier grundlegender Konzepte: der Nachhaltigkeit und der Generationengerechtigkeit.

Bei beiden Konzepten stehen Bedürfnisse und deren Erfüllung im Mittelpunkt. Verstehen lassen sich die Konzepte jedoch nur dann, wenn man sich intensiver mit dem Bedürfnisbegriff auseinander gesetzt hat. Sollen die Konzepte Wirkung entfalten, müssen zwei grundlegende Fragen geklärt sein: Wie unterscheiden sich die grundlegenden Bedürfnisse des Menschen von seinen weiteren Wünschen? Und welche Bedürfnisse könnten zukünftige Generationen haben?
Diesen beiden Fragen gehen die Schülerinnen und Schüler in diesem Modul nach.
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Modul 2: Was ist gerecht? Vorbereitung für GenerationengerechtigkeitOb bei den Bildungschancen von Kindern, der Ausgestaltung von Steuern oder der Gehaltserhöhung eines Kollegen – stets fällt der Begriff der Gerechtigkeit. Die Frage, was gerecht ist, beschäftigt die Menschen seit jeher. Unabhängig von Ethnie, gesellschaftlicher Schicht und Alter zeigt sich das Streben nach Gerechtigkeit. Doch was gerecht ist, darüber gehen die Meinungen im konkreten Fall oft weit auseinander.

Eine besondere Bedeutung hat das Ziel der Gerechtigkeit bei Betrachtungen zwischen Generationen. In Vorbereitung der Frage, was generationengerecht ist (Modul 3), erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler in diesem Modul die Grundlagen für den Gerechtigkeitsbegriff sowie Prinzipien und Maßstäbe.
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Modul 3: Sollen wir generationengerecht handeln?Generationengerechtigkeit ist in der gesellschaftlichen Diskussion zu einem Schlagwort geworden: die Ausgestaltung der Staatsfinanzen, Renten- und Bildungspolitik, Konzepte zum Wachstum der Wirtschaft und der Schutz der Umwelt – sie alle sollen der Gerechtigkeit zwischen den Generationen dienen. Das Konzept der Generationengerechtigkeit ist jedoch deutlich komplexer als häufig angenommen oder unterstellt. Nicht alle vorgeblich generationengerechten Konzepte und Maßnahmen tragen das Etikett zu recht.

Mit Hilfe dieses Moduls erarbeiten sich die Teilnehmer Kompetenz zum wichtigen Thema der Generationengerechtigkeit – einem Thema, das sie als heute junge Menschen in besonderer Weise betrifft. Welche Formen der Generationengerechtigkeit gibt es? Was ist dabei gerecht? Schuldet man nachfolgenden Generationen denn überhaupt etwas? Und schließlich: Sollen wir generationengerecht handeln?
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Modul 4: Was bedeutet Nachhaltigkeit?Der Begriff der Nachhaltigkeit ist aktuell in aller Munde. Politik und Wirtschaft setzen ihn erdrückend häufig ein. Produkte und Maßnahmen werden nicht selten als nachhaltig bezeichnet, ohne dass deutlich ist, nach welchem grundlegenden Maßstab bewertet wurde. So gelten auch deutlich umweltschädigende Aktivitäten als nachhaltig. Nachhaltigkeit dient zu oft als positives Etikett, das konsequentes Handeln vorgibt, ohne es zu leisten. Auf diese Weise lässt sich Tatkraft signalisieren und ein gutes Image erzielen, während Bürger und Verbraucher ihr Gewissen beruhigen können.

Es ist zentral, das Konzept der Nachhaltigkeit fundiert zu kennen – einschließlich der Bewertungsmaßstäbe. Die Teilnehmer erarbeiten sich in diesem Modul das Konzept systematisch. Auf diese Weise verstehen sie, welche grundsätzlichen Änderungen notwendig sind, um Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig auszurichten. Überdies kommen sie in die Lage, die vorgebliche Nachhaltigkeit von Produkten und Maßnahmen gut begründet zu beurteilen.
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Modul 5: Wie lässt sich erkennen, ob nachhaltig und generationengerecht gehandelt wird?Es ist ein zentrales Ziel von existentieller Bedeutung: Die Gesellschaft will nachhaltig handeln. Zugleich wird ein Handeln beschworen, dass zwischen den Generationen als gerecht angesehen werden kann. Doch wie lässt sich prüfen, ob diese Ziele erreicht sind oder zumindest Fortschritte gelingen? Es braucht Maßstäbe und Methoden zur Messung von Nachhaltigkeit sowie Generationengerechtigkeit. Solche Maßstäbe und Methoden erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler mit diesem Modul – für die individuelle Ebene (also auch sich selbst), Unternehmen, die nationale Ebene und die Welt. Zugleich erkennen sie Schwierigkeiten und Grenzen der Messung.Didaktische Infos und Download
Modul 6: Welche Leitlinien ergeben sich für eine nachhaltige und generationengerechte Gesellschaft?Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit ‒ zwei Konzepte, auf die sich die Politik gerne beruft. Doch nach welchen konkreten Grundsätzen muss eine Gesellschaft handeln, damit sie nachhaltig und generationengerecht ist? Diese Fragen übergehen die Verantwortlichen allzu oft. So lassen sich Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit nicht erreichen, trotz vielerlei Bemühungen. In diesem Modul erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler anhand einer Geschichte und von Sketchnotes Leitlinien für nachhaltiges und generationengerechtes Handeln. Sie unterscheiden dabei nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten. Didaktische Infos und Download
Modul 7: Wie lässt sich Gerechtigkeit zwischen den Altersgruppen erreichen? Die junge Generation hat es schwer. Viele junge Menschen können ihre Interessen nicht in Wahlen einbringen, da sie noch nicht volljährig sind. Die Einflussmöglichkeit der jungen Generation leidet weiter darunter, dass die Zahl junger Menschen aufgrund des demografischen Wandels geringer ist als die der mittleren Generation; das führt bei Wahlen ebenso zu Nachteilen. Insgesamt erweist es sich für Politiker mitunter attraktiver, Politik für ältere Menschen und Teile der mittleren Generation zu machen statt für die junge Generation. In dieser Stunde erfahren die Schülerinnen und Schüler in einem Spiel, wie ungleich die Zahl der Wahlberechtigten zwischen den Generationen verteilt ist und welche Folgen das bei Wahlen und in der praktischen Politik hat. Anhand dieser Erkenntnisse vollziehen sie verschiedene Möglichkeiten nach, die Problematik zu mildern.Didaktische Infos und Download
Modul 8: Können Zukunftsräte für mehr Gerechtigkeit zwischen heute und zukünftig lebenden Menschen sorgen?Gesellschaft und Politik unterliegen einer Gegenwartspräferenz: Sie handeln heute. Und sie tun dies für die gegenwärtig lebenden Menschen. Folglich bleiben die Interessen zukünftiger Generationen weitgehend außen vor. Während die heute lebenden Menschen ihre Interessen in Wahlen vertreten können, haben zukünftige Generationen diese Möglichkeit nicht. So verwundert es nicht, dass die heutige Generation teils auf Kosten der zukünftigen lebt. In diesem Modul erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler diese Problematik und befassen sich mit einer Möglichkeit, die Interessen zukünftiger Generationen im politischen Prozess zu integrieren.Didaktische Infos und Download
Modul 9: Sind Staatsschulden gerecht gegenüber zukünftigen Generationen? Veröffentlichung: Dezember 2019
Modul 10: Wie kann eine generationengerechte Rentenpolitik aussehen? Veröffentlichung: November 2019
Modul 11: Wie kann ich selbst nachhaltiger leben?Die heutige Generation lebt auf Kosten zukünftiger Generationen. Klimawandel, ein immenser Verbrauch an Rohstoffen und Artensterben seien beispielhaft genannt. Das Konzept der Nachhaltigkeit setzt hier an: Die heutige Generation soll ihre Bedürfnisse in einer Weise erfüllen, dass die Chancen zukünftiger Generationen, ihre Bedürfnisse zu erfüllen, nicht eingeschränkt werden. Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Handeln muss noch viel getan werden. In diesem Modul erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler Maßnahmen, die sie selbst ergreifen können, um zur Nachhaltigkeit beizutragen. Didaktische Infos und Download
Modul 12: Warum fällt es so schwer, nachhaltig zu handeln?Veröffentlichung: Oktober 2019
Modul 13: Wie kann die Gesellschaft nachhaltiger wirtschaften?Veröffentlichung: November 2019
Modul 14: Nachhaltigkeit: Sollte das globale Bevölkerungswachstum begrenzt werden, und falls ja, wie? Die Weltbevölkerung unterliegt einem drastischen Zuwachs, welcher vor allem in den Entwicklungsländern und dort vornehmlich in den ärmsten Staaten stattfindet. Die starke Zunahme der Bevölkerung steht global der Nachhaltigkeit entgegen. Dieses Modul befasst sich anhand von Länderbeispielen aus Afrika und Asien mit den Ursachen der hohen Geburtenraten sowie den Folgen für Mensch und Natur, untersucht Lösungsansätze zur Begrenzung des Wachstums und stellt schließlich die Frage, inwiefern eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums ethisch legitim sein kann.Didaktische Infos und Download

Weitere Unterrichtsmodule zum Thema Nachhaltigkeit (insbesondere zu ökologischen Themen) finden sich in der Themeneinheit zu aktuellen Themen. Beispiele: Sind Elektroautos umweltfreundlich? Lässt sich klimaneutral fliegen?

Das Buch zur Themeneinheit:
Andreas Baumann, Andreas Becker
Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit: Eine kritische Analyse
ökom Verlag, 2017, € 16,95

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